A propos Bett – will ich eigentlich durchschlafen?

Mein Kind schläft nicht ganz durch. Gerade schon gar nicht, jede zweite Nacht ist es ca. eine Stunde wach oder zumindest halbwach. Ich schätze, es sind die Zähne, der erste bricht gerade durch. Und da es spät für Zähne ist mit 13,5 Monaten, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es nun Schlag auf Schlag geht.

Davon abgesehen sind die Nächte so, dass einige Male pro Nacht das Kind nach mir ruft. Es bekommt seinen Schnuller und schläft meist problemlos weiter, sonst bekommt es etwas Wasser, wird gekuschelt und schläft weiter. Ich bin eine eher pragmatische Person, man könnte es auch bequem nennen: ich nehme in diesem Falle den Weg des geringsten Aufwandes. Ich lasse mein Kind in meinem Bett schlafen und gebe ihm den Schnuller, wenn es danach verlangt. Dass ich so einige Male pro Nacht wach werde, finde ich nicht arg schlimm – ich könnte nicht mal sagen, wie oft es ist, weil die Unterbrechungen so kurz sind. Ich habe den Verdacht oder die Hoffnung, dass es sich einfach auswächst und in einigen Monaten alle durchschlafen können. Und ich habe das Kind ja nur die Hälfte der Zeit, kann also den Rest der Tage durchschlafen. Andererseits wäre mit Kind durchschlafen und tagsüber so richtig, richtig fit sein echt mal ein Ding.

Andererseits bin ich nicht ganz sicher, ob „der Weg des geringsten Aufwandes“ wirklich einer ist. Mein Kind ist sehr tolerant, es akzeptiert Änderungen meist ohne zu murren. Ich tue es mir da schwerer. Ich habe in meinem Kopf ein Schema, bei dem ich davon ausgehe, dass es das Beste für mein Kind ist, und ich ändere selten etwas, das einigermaßen funktioniert, weil ich den Aufwand scheue. Die Schlafsituation ist ein perfektes Beispiel. Ich bin sehr überrascht, wenn ich etwas ändere, dass gar kein Widerstand da ist. Zumindest war es beim Abstillen so.

Insgesamt hadere ich etwas, ich stelle mir Fragen. Würde das Kind vielleicht einfach weiterschlafen, wenn ich ihm bei dem geringsten Laut aus meinem Halbschlaf heraus nicht sofort den Schnuller in den Mund schieben würde? Würde es besser schlafen, wenn es im eigenen Bett liegt, wo ich nicht durch Schlafbewegungen störe? Würde es auch ohne Schnuller einschlafen und somit auch besser weiterschlafen, wenn es nachts wach wird?

Ich könnte es einfach ausprobieren. Aber ich kann mich nicht recht überwinden, aus mehreren Gründen.

  • Ich habe Angst vor Terz, obwohl ich nicht müsste – wenn die Reaktion des Kindes widerwillig ist, kann ich ja einfach weitermachen wie bisher.
  • Ich habe ein schlechtes Gewissen. Kita, Trennung, alles neu, und jetzt will ich auch noch den Schnuller klauen?
  • Ich müsste das irgendwie mit dem Papa vereinbaren. Himmel Hilf. Dem ist so etwas dermaßen egal, er würde niemals mitziehen. Aber gefragt habe ich auch nicht…

So geht das bei mir ständig. Ich bin unsicher, finde keine Haltung. Deshalb verharre ich meistens einfach, und mein Kind regelt das von alleine. Krabbeln, feste Nahrung, um 20 Uhr schlafen… passierte mehr oder weniger nebenbei.

Ich will nicht mit meinem Kind kämpfen, ich will es aber auch nicht behindern. Und der Grat dazwischen ist so schwer zu finden.

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Ein Kommentar zu “A propos Bett – will ich eigentlich durchschlafen?

  1. wortmutter sagt:

    Wenn Du deinem Kind Raum lässt, glaube ich, behinderst Du es keinesfalls.
    Wenn für Dich so alles gut läuft und für dein Kind ebenso dann ist es doch perfekt.
    Meiner Erfahrung nach sind das auch die besten Voraussetzungen dafür, dass dein Kind „zur rechten Zeit“ eben in seinem Tempo wieder einen Schritt weiter gehen kann. Wenn ein Bedürfnis gestillt ist, dann ist es eben um. Muss die Erfüllung eines Bedürfnis‘ aber erkämpft werden, wird daran auch länger festgehalten. Meine Erfahrung.

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