Tagebuchbloggen

Tagebuchbloggen! Frau Brüllen hat es vorgemacht, ich mache mit. Warum nicht! Endlich eine Gelegenheit, meine Vorlieben für Listen auszuleben. Also dann, der 05.03.2014 im Hause jongleurin.

  • 6:00 Der Wecker klingelt. Ich sause aus dem Bett, mache mir fix einen Kaffee, husche in die abends bereitgelegten Klamotten. Dann habe ich zehn Minuten Zeit für den Kaffee und Zähneputzen. Geduscht habe ich am vorigen Abend.
  • 6:30 Ich verlasse das Haus und steige um 6:34 in den Bus.
  • 7:06 Der ICE nach Berlin ist pünktlich. Ich steige an „meiner“ Tür ein und mache es mir bequem. Kaffee, Brötchen, alles dabei. Während der Fahrt lese ich eine Studie über das Prostitutionsgesetz, das in Bälde reformiert werden soll und mit dem ich dann befasst sein werde. Einmal döse ich für zehn Minuten ein – die Lektüre ist, anders als das Thema, höchstens mittelspannend – und höre danach nur noch Musik.
  • 8:52 Relativ pünktliche Ankunft in Berlin Hbf tief. „Mein“ Waggon hält direkt vor dem Fahrtstuhl, der mich zum Ausgang Washingtonplatz bringt. Eiligen Schrittes stürme ich aus dem Hauptbahnhof und komme um 8:59 am Bundestag an, Eingang West, PLH. Punktlandung! Ich bin sehr stolz.
  • bis 16:00 Arbeiten. Keine Sitzungswoche, daher kaum Besprechungen, nur eine: Die Moderatorin unseres Frauentagsempfang wird von mir und der Kollegin gebrieft. Danach bearbeite ich eine Bürgeranfrage über das Wechselmodell – also das, was der Papa und ich leben. Die Väterverbände fordern eine Hinwendung des Gesetzgebers zu ebendiesem Modell statt des in Deutschland von den Gerichten favorisierten Residenzmodells. Der Tonfall ist eklig („dreiste Lügen der Mütter, die nur auf ihren finanziellen Vorteil aus sind und den Vätern das Umgangsrecht aus reiner Boshaftigkeit verwehren wollen“), aber das Modell hat Vorteile wie etwa die Tatsache, dass Kinder auch nach einer Trennung eine Beziehung zu beiden Elternteilen haben können. Tatsächlich gibt es keine rechtlichen Rahmenbedingungen dafür. Ich schreibe einen Vermerk über den Sachstand – vorstellbar, dass es irgendwann eine gesellschaftliche Diskussion darüber gibt, und bei uns gibt es keine aktuelle Position dazu. Nebenbei bereite ich den Umzug meines Büros vor – Sachen sortieren, Kisten packen. Und ich arbeite weiter am Prostitutionsgesetz, ich mache eine Aufstellung darüber, wie dieses in den einzelnen Bundesländern in Hinblick auf die Gewerbeordnung ausgestaltet wurde und wie das EUweite Vorgehen ist.

Fortsetzung folgt… Heimfahrt, Kinds-Übergabe, Abendgestaltung. Die Spannung ist kaum zu ertragen!

 

Fortsetzung.

16:16

  • Ich steige in den ICE nach Hause. Dasselbe Spiel wie auf der Hinfahrt: bequem machen, Lebensmittel um sich ausbreiten, Lektüre. Diesmal etwas Triviales: Jussi Adler Olsen.
  • 18:15 Ankunft an der S-Bahn-Haltestelle des Papas. Ich hole das Kind ab, das schon abgefüttert ist. Die letzten 4 Tage war es beim Papa, die nächsten 5 Tage wird es bei mir verbringen. Es freut sich, mich zu sehen – die ausgestreckten Ärmchen sind schon sehr niedlich. Ich freue mich zurück. Mit dem Papa läuft es recht glimpflich, wir besprechen noch einige Dinge wegen des Kita-Gutscheines, und dann bin ich raus. Wir fahren die sechs Busstationen zu mir.
  • 18:45 Ankunft bei mir. Das Kind rutscht mäßig begeistert auf dem Küchenboden herum – es ist noch etwas angeschlagen von der letzten Erkältung, kann und will aber einfach nicht auf einer Stelle bleiben. Ich setze mich nach einem schnellen Brot dazu, was einen letzten Energieschub auslöst und „Mama als Turngerät“ bzw. „Mama als Kuschelobjekt“ auf das Programm setzt. Turnen und Kuscheln gehen hier fließend ineinander über.
  • 19:30 Ich mache das Fläschchen und dann das Kind bettfertig. Gemeinsam aus dem Fenster schauen, Rollo runterlassen, Wickeln mit Fläschchen, Schlafsachen an, in mein Bett fliegen lassen und in den Schlafsack friemeln. Ich lege mich dazu, gebe weiter das Fläschchen und halte Händchen. Nach fünf Minuten will das Kind nicht mehr trinken, ich gebe den Schnuller, das Kind döst weg. Nach weiteren fünf Minuten schläft es und ich verlasse den Raum. Das ging schnell.
  • 20:00 D. ruft an, wir tauschen uns aus und verabreden uns zum Kochen am nächsten Tag. Wenn ich das Kind den ersten Abend nach dem Arbeitsteil der Woche habe, bin ich mit ihm lieber alleine, das ist für alle Beteiligten entspannter. An den anderen Tagen freue ich mich über Besuch. Der Rest des Abends ist vorhersehbar:
  • 20:30 Internet-Surfen und lesen im Schlafanzug.
  • 23:00 Das Kind ruft. Ich lege mich dazu und gebe den Schnuller, worauf es weiter schläft. Das wird noch einige Male in der Nacht passieren, und so lange das so ist, wird es in meinem Bett schlafen. Zum nächtlichen Aufstehen bin ich zu faul.
  • 23:05 Ich beschließe, auch zu schlafen, und stelle den Wecker auf 07:15. Zu 8:30 wird das Kind in der Kita erwartet, und ich werde mit Schwester 1 schwimmen gehen.

Liebes Tagebuch, das wird ein schöner Tag gewesen sein.

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2 Kommentare zu “Tagebuchbloggen

  1. Jürgen Kraaz sagt:

    „das Kind,“ „das Kind“… irgendwie doch sehr distanziert.
    Oder mir fehlt nur – oldschool – das besitzanzeigende Fürwort
    Nicht gerade meine „Schnuckihasimaus“
    aber ein Stück näher, und es wäre mir wohler.

    • jongleurin sagt:

      Nun ja – es ist ja nicht nur „mein“ Kind, sondern auch das Kind des Papas. Aber für mich ist es „DAS“ Kind, das einzige und absolute! Ich denke trotzdem mal darüber nach.

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