Wer feiern kann, kann auch sein Kind betreuen!

An diesem Wochenende gab es eine erneute Premiere – das Leben mit Kind hält ja so einiges an Premieren bereit. Dieses Mal: ein verkaterter Tag mit Kind.

Zugegeben, das war dumm von mir. Ich dachte so: Och, ich bekomme das Kind um 12 Uhr, da kann ich ausschlafen. Und da Impi Geburtstag hat und das Kind dann die Tage darauf bei mir ist, nutze ich die Gelegenheit und mache einen drauf!

Das klappte auch ganz gut, aber ich merkte schon bei der letzten Kneipenstaion, dass der dritte Wein und zwei Baileys parallel getrunken keine gute Idee gewesen sind. Ich wankte an die frische Luft, weil mir arg blümerant war, und wurde von D. nach Hause verfrachtet. Schon da schwante mir Böses – ich bin eine Morgens-Kater-Haberin, mir geht es erst am nächsten Tag so richtig, richtig scheiße. Dann auch gerne die volle Dröhnung, über der Kloschüssel und so weiter.

So kam es dann auch. Ich verbrachte die Zeit bis 12 Uhr ebendort und machte mich nach einer Portion Pommes zur Beruhigung des Magens dann auf den Weg zur Schwimmhalle, das Kind abzuholen. Wer feiern kann und so weiter! Dem Papa gegenüber ließ ich exakt null komma nichts anmerken, das hätte nur zu bissigen Kommentaren geführt, ich war die fitte Liebreizendheit in Person. Strahlend und vibrierend vor Energie nahm ich das Kind in Empfang. Kaum war der Papa entschwunden, brach ich lautlos stöhnend über dem Kinderwagen zusammen. Das geht, denn das Kind sitzt mit Gesicht voran und bekam von seiner desolaten Mutter nichts mit. Dankenswerterweise schlief es dann sofort ein, nach dem Babyschwimmen ist es immer ein wenig erschöpft. Gegen 14 Uhr wachte es wieder auf. Ich bin dann mit ihm raus gegangen und habe eine halbe Stunde mit ihm lang im Garten geschaukelt und eine Porzellanente abgefeiert. So eine Porzellanente ist, ganz offensichtlich, ein extremer Hammer, wenn man 13 Monate alt ist. Diesen Samstag war die Porzellanente intellektuell genau das, was ich gerade so leisten konnte. Das Kind schonte seine schlappe Erzeugerin nicht und forderte altersgemäße Bespaßung, die ich nach dem Prinzip des geringsten Widerstandes leistete. Gott, freue ich mich darauf, wenn das mit dem Vorlesen los geht – den ganzen Nachmittag auf dem Bett sitzen und auf Wimmel-Figuren zeigen. Herrlich wird das.

Der Tag fühlte sich jedenfalls sehr, sehr lang an. Es ging. Aber es dauerte. Ich habe meine Lektion gelernt: nie wieder Baileys, schon gar nicht, wenn der nächste Tag nicht kindfrei ist.

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