Logistik

Eine Trennung von einem Partner, mit dem man ein gemeinsames Kind hat, hat einen enormen Nachteil: der Kontakt mit dem Ex muss weiter bestehen, und es gilt eine Menge gemeinsam zu organisieren, vor allem, wenn Wohnungsauflösung und Kita-Platz-Suche noch bevorstehen.

Haha, denkt das geneigte Lerserchen jetzt, also DAS hätte sie sich ja vorher denken können! Das kann jetzt nicht wirklich überraschend kommen!

Tatsächlich nicht. Was ich aber stark unterschätzt habe, ist die Tatsache, dass man mit jedem Kontakt in die alten Beziehungsmuster zurückfällt. Der Papa ist ein egomanischer empathieloser Mistkerl, ich bin eine hysterische keifende Furie. Nach jedem Gespräch muss ich mich einige Minuten darauf besinnen, dass zumindest mein Part beendet ist, dass ich mich mit dem Beziehungsende davon befreit habe. Eigentlich. Wieso geht das so schlecht, warum kann ich mich davon nicht befreien, wieso finde ich ihn von ganzem Herzen so abgrundtief scheiße? Erschwerend kommt hinzu, dass er der Meinung ist, ich müsste total nett zu ihm sein, weil ich Schluß gemacht habe, was ich absolut anders empfinde.

Einen Vorteil hat das: ich komme nicht einmal ansatzweise auf den Gedanken, dass meine Entscheidung falsch war oder gar in die Versuchung, diese zu überdenken. Niemals. Wo bei der letzten Trennung der Abstand als Weichzeichner fungierte, besteht dieses Mal schon rein logistisch keine Möglichkeit zu solchen Verzerrungen.

Hallo, Realität! Neue beste Freundin.

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