Der Kleine Hobbit – Smaugs Einöde

Kino ist eine meine größten Leidenschaften, ich gehe, so oft ich kann. Das hat mit der Geburt des Kindes ein wenig nachgelassen, aber ich bin immer noch fleißig dabei.

Gestern gab es dann den zweiten Teil des Hobbits. Die Auswahl des Kinos war schon die halbe Miete: „Loveseat“ (ja, sorry, das Kino nennt das so, was soll ich machen), Sitze mit verstellbaren Rückenlehnen, Hocker zum Ablegen der Füße… ich bin dabei. Der Begleiter murmelte dezent etwas von „zu poshy“, übte sich aber in Toleranz, während ich mich wonnig windend cineastisch bereit machte. 3D-Brille: check. Popcorn: check. Cola, Chips, Bonschen: check. Englisch-Kenntnisse: mittelcheck. Aber ich war zuversichtlich, ich kannte die Geschichte, und allzu kompliziert stellte ich mir die Handlung nicht vor.

Ich behielt Recht, ich hätte die Handlung auch ohne jeglichen Dialog verstehen können. Bilbo Beutlin und seine Zwergencrew laufen und reiten, um in das verlorene Zwergenreich zurückzukehren und den dort hausenden Drachen zu bekämpfen. Unterwegs kämpfen sie gegen widrige Umstände, ein Zwerg flirtet mit einer Elbin. Orks. Büschen Tolkien-Politik, und Gandalf ist mal da, mal nicht. Sauron hat einen Auftritt. Cliffhanger – Ende.

Alles super, ich bekam, was ich wollte und fühlte mich gut unterhalten. Das Ende habe ich verschlummert, aber den Erzählungen hinterher entnehme ich, dass ich nicht viel verpasst habe.

Was ich persönlich noch interessant finde nach einem Film, ist die Frage, ob er den Bechdel-Test bestanden ist. Dieser ist inzwischen einigermaßen bekannt, aber ich stelle ihn kurz vor.

Um den Test zu bestehen, muss ein Film drei Kriterien erfüllen:

1. Im Film müssen zwei weibliche Figuren auftauchen, die eine Sprechrolle haben.

2. Diese müssen miteinander reden…

3. …über etwas anderes als Männer.

Das ist nichts wissenschaftliches, sondern basiert auf einem Comic der Zeichnerin Joan Bechdel, der von der feministischen Szene eifrig okkupiert wurde und seitdem immer öfter Erwähnung findet. Er zeigt, wie wenig Frauen im Kino vorkommen, und dass wenn sie vorkommen, dies meist in Bezug auf Männer der Fall ist. Das ist natürlich beliebig austauschbar- genauso könnte man einen Test darüber einführen, ob Männer in Filmen nur in Bezug auf Erwerbsarbeit dargstellt werden, Kinder nur in Bezug auf ihre Eltern oder die Diskriminierung von Raumfahrern untersuchen. Ist mir bewusst, aber ich beziehe mich hier nur auf den originären Bechdel-Test.

Bechdel-Test für Hobbit 2:

1. Es taucht eine weibliche Figur namens Tauriel auf. Dann hat der Schiffer Bard, der die Zwerge nach Esgorath bringt, hat zwei Töchter, die Sigrid und Tilda heißen. Ich kann mich nicht recht entsinnen, ob sie im Film sprechen, daher im Zweifel für den Angeklagten.

2. Keine der weiblichen Charaktere spricht mit einer anderen. Zwar halten sich einmal kurz alle gleichzeitig in einem Raum auf, doch es wird nur a bisserl gekreischt und geschossen, da die Orks gerade angreifen.

3. erübrigt sich demzufolge: nicht bestanden

 

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