2013

…war das turbulenteste Jahr, das ich jemals hatte. Und ich hasse turbulente Zeiten, mein Sternzeichen ist Stier. Ich glaube – ganz stiertypisch – nicht an Astrologie, finde sie aber zumindest spannend und als Erklärungskonstrukt, wenn ich gerade nichts erklären möchte, sehr nützlich („Bin Stier! Die sind so!“ Alle so: „Ahja!“ Stiere sind übrigens gut im Bett). Daher weiß ich: mein Aszendent ist Wassermann, so ein extrovertierter, exzentischer Luft-Hallodri. Mein Sternzeichen und mein Aszendent beharken sich gefühlt dermaßen, dass innerhalb von 12 Monaten solche krude Dinge dabei herauskommen:
Ich bekam ein Kind (Sternzeichen Wassermann! Oha!), verbrachte mit diesem und dem Papa drei Monate in Frankreich, trennte mich vom Papa, zog um, begann während alldessen eine Beziehung (die auf ihre Art auch sehr turbulent ist, so ein vehementes emotionales Hoch hatte ich gefühlt noch nie), führte drei Vorstellungsgespräche, erhielt beruflich zwei Vertragsverlängerungen inklusive eines neuen Stellenzuschnitts inklusive der doppelten nervenzehrenden ungewissen Zeit vor den Vertragsverlängerungen, pendelte zwischen Berlin und Hamburg UND – jetzt wird es atemberaubend – erstand eine Bahncard 100. Noch nie habe ich so viel Geld auf einen Haufen ausgegeben (für Stiere sehr unangenehm), doch der Komfort-Gewinn ist bestimmt enorm (für Stiere sehr wichtig). Keine Zugbindung mehr zu haben finde ich extrem entspannend, ganz davon abgesehen, dass es in der DB-Lounge Latte Macchiato umsonst gibt und ich unbescholtene Mitreisende von den bahn.comfort-reservierten Sitzplätzen verscheuchen darf.

Ja, so war das in der Kurzfassung in 2013. Ich bin ein wenig außer Atem. Dabei will ich doch eigentlich nur ein ein ganz ruhiges Leben. Aber wie Schwester 1 lapidar verkündete: „Das ist anscheinend gerade nicht dran.“ 2014 wird nicht viel anders, da brauche ich nicht mal ein Horoskop zu bemühen. Ob mein Arbeitsvertrag nun bis 2017 verlängert wird, entscheidet sich bis Februar. Bis mindestens einschließlich Juni wird die Pendelei anhalten, je nach Verlängerung des Arbeitsvertrages. In der jetzigen Wohnsituation werde ich nicht ewig bleiben. Die Querelen mit dem Kindsvater sind noch lange nicht ausgestanden. Nebenbei darf eine recht frische Beziehung in ein dauerhaftes Gebilde umgewandelt und ein Kind größer gezogen werden.

Das Erstaunliche ist, dass es schon seit Jahren so geht. Meine Jahresrückblicke sind ein einziges Chaos, meine Zukunftsaussichten vom alleinigen Hinschauen kräftezehrend. Umzüge, Jobs, Mann, das alles beschäftigt mich seit Jahren durchgehend, während ich stetig davon träume, dass Ruhe einkehrt. Zumindest in einer Rubrik, da wäre ich doch tatsächlich schon zufrieden. Ich bin also gespannt, was 2014 so alles dran ist.
Dieser Blog soll mich in den kommenden Stürmen und den ruhigen Phasen begleiten, das war mein einziger Neujahrsvorsatz. Auf geht´s.

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Ein Kommentar zu “2013

  1. Na endlich wieder ein Lebenszeichen sehr gut geschriebenen Art. Ohne Deine Probleme wäre auch das Leben Deiner Leser langweiliger. Du bist einfach der Mittelpunkt Deiner Sitcom. Schreibste eine? Material hat Du genug. Ich steuer gern was dazu.

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