Versuch: Geburtstagsparty für faule Mütter

Ich hasse gastgeben, ich mag meinen Geburtstag nur so mittel, aber ab und an habe ich das Gefühl, ich muss mich bei den ganzen Partygeberinnen revanchieren und auch mal einladen. Nun also der Versuch, das alles so unstressig wie möglich zu gestalten.

Schwester 1 hat am selben Tag wie ich Geburtstag. Das hat Vor- und Nachteile, aber immerhin hat man immer jemanden zu Feiern. So auch dieses Mal.

Die Komponente des Plans der möglichst unstressigen Party:

  • Wir luden fleißig Menschen mit und ohne Kinder in meine Wohnung ein, bis eine ungefähre Anzahl von 45 Leuten erreicht war. Bedeutet: es wird alles so voll und chaotisch sein, dass ich gar nicht dazu komme, irgendeine gastgebende Perfektion erreichen zu wollen, sondern nur noch reagiere. Resignation ist hier das Zauberwort, das klappt erstaunlich gut bei mir in Stressituationen: wenn schon Überforderung, dann total. Und viel Sekt drauf kippen.
  • Außerdem sieht man die staubigen Ecken nicht so gut, wenn die Wohnung aus allen Nähten platzt. Ich muss also nicht sooo viel putzen.
  • Dazu kommt, dass alle etwas fürs Büffet mitbringen sollen. Ich werde also lediglich ein Bananenbrot backen und ganz doll optimistisch sein, dass mir nicht doch alle Gäste lieber Badezusätze oder Bücher überreichen.
  • Wir luden konkret zwischen 12 und 18 Uhr ein, in der Hoffnung, dass nicht alle gleichzeitig eintrudeln, aber alle gleichzeitig wieder gehen und man dann abends aufräumen und ausruhen kann.
  • Genug Spülmaschinentabs sind im Vorratsschrank. Wisst ihr, was man alles in die Spülmaschine geben kann? Fast alles. Teile vom Herd zum Beispiel und vom Kühlschrank. Ich liebe mein Leben!
  • Wenn alle Stricke reißen, hau ich einfach meine Schwester. Eine kleine Prügelei zwischendurch sollte den Stress abbauen.

Wie man sieht: das Prinzip Hoffnung schlägt das Prinzip Planung. Ich bin sehr gespannt.

Und der Lernprozess ist in jedem Falle sehr ausgeprägt, das macht sich bereits jetzt bemerkbar. Daher Memo an mich: wenn man die Party einen Tag nach dem eigentlichen Geburtstag macht, ist man den ganzen Geburtstag latent mit Vorbereitungen beschäftigt. Optimierungspotential: irgendwie anders machen.

Noch ein Memo: wenn der Chef befördert wird, wird man an seinem Geburtstag von einem Staatsminister angerufen. ❤ Auf so was steh ich ja. Optimierungspotential: gering.

Das Endresultat folgt in Bälde, wenn ich wieder ausgenüchtert bin.

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Was ist schön am Kinder haben?

Dazu hat die Frische Brise einen sehr schönen und emotionalen Blogpost veröffentlicht. Die Frage hatte mich ja sofort: Ich hatte den Text noch gar nicht geöffnet und hatte meine Antwort sofort parat. Ich war dann doch erstaunt, wie verschieden meine Antwort von ihrer ist, aber das liegt sicher an der Natur der Sache: so verschieden wie jedes Elternteil ist, so verschieden ist die Antwort auf diese Frage.

Mir ist aufgefallen: Diese vielen kleinen Momente – die Frische Brise zählt ganz viele auf, von denen ich viele zustimmend nickend gelesen habe, oder auch das klassische „ein Lächeln des Kindes, und man hat allen Stress vergessen“ -, die bringen mir im Endeffekt gar nicht so viel. Höchstens ganz kurz, für den Moment.

Was mich aber in jedem Kontakt zu meiner Tochter, in jedem Gedanken an sie, jedes Vermissen und jedes Genervtsein, in jedem Moment meiner Elternschaft mit Freude und Liebe und etwas wie Stolz erfüllt, ist eine einzige Sache: dass sie groß wird und dass ich dabei bin.

Das fasst für mich alles zusammen, was ich schön finde am Kind haben.

 

Klamottenkauf oder lieber -tausch?

Diese Frage stellt sich mir inzwischen kaum noch. Ich kaufe regulär nicht gerne Klamotten oder „gehe shoppen“ im klassischen Sinne in der Fußgängerzone oder Internet. Das Überangebot an Läden macht mich nach zwei Stunden ganz wahnsinnig, ich habe ein schlechtes Gewissen wegen der Kinderarbeit, das ist mir dafür alles zu teuer und ich hatte im letzten Jahr so viele Gewichtsschwankungen, dass eh ein paar Teile in meinem Schrank herumschwirren, in die ich gerade nicht hineinpasse. Viel Bedarf ist da also nicht. Aber irgendwie doch, z.B. bei T-Shirts bzw leichten Oberteilen bin ich chronisch unterversorgt, und einen Rock hätte ich gerne.

Wenn schon shoppen, beschränke ich mich auf den zero-Outlet-Store in Bremen, der als einziger Klamottenladen einsam im Gewerbegebiet steht und in dem ich traditionell mit meiner besten Studienfreundin V. oder Schwester 2 ein paar Mal im Jahr aufschlage. Allerdings haben die oft einen antizyklischen Verkaufsschwerpunkt und verkaufen im Frühling gerne Winterpullis, also leichte Shirts finde ich da auch nicht.

Was ich aber noch lieber mache, sind Kleidertauschpartys, und ich habe gerade mehrfach Glück: das Cousinchen gibt eine Kleidertauschparty in Berlin und hat extra den Termin so gelegt, dass ich kommen kann (:-*) , und auch öffentlich wird so etwas immer öfter angeboten. Greenpeace sammelt dafür sogar eine deutschlandweite Übersicht auf kleidertausch.de, da sind Massen an Kleidertauschveranstaltungen hinterlegt! Für Hamburg habe ich schon ein paar Termine in meinem Kalender vermerkt, falls ich beim Cousinchen nicht alles los werde.

Ich finde das Konzept einfach supertoll. Man bringt seine überflüssigen Kleidungsstücke mit (je nach Konzept ist die Anzahl der Klamotten begrenzt) und nimmt sich die Sachen mit, die man von den anderen attraktiv findet. Idealerweise trinkt man dabei viel Sekt und hat eine sehr nette Atmosphäre mit lauter Frauen, die in Unterwäsche herumstehen und sich gegenseitig neue Garderoben vorführen. Das hat für mich persönlich viele Vorteile, vor allem Grenzerweiterungen: Ich probiere Dinge an, die ich im Laden niemals angeschaut hätte, und mache dabei tatsächlich stilistische Entdeckungen. Ich merke, dass ein Kleidungsstück nicht zwingend meine Konfektionsgröße haben muss, sondern auch ein Kapuzenpulli in XL recht schmuck an mir herumbaumeln kann. Mein Kleiderschrank wird entlastet, und ich „konsumiere“ bei solchen Gelegenheiten nur Dinge, die gebraucht sind und für die also keine Extra-Ressourcen aufgewendet werden. Nachhaltigkeit, yeah!

Ich freue mich wirklich, dass sich da ein Trend zu entwickeln scheint und ich mir ein paar Shopping-Erfahrungen ersparen kann.

Was für ein Wochenende

Mein Hals heilt! Großartig! Lag aber sicherlich auch an diesem Knallerwochenende, an dem wir es in Hamburg wärmer hatte als in Berlin, und nicht die kleinste Wolke weit und breit am strahlenden Himmel bei 24 Grad. Sensation! Gefühlt hat dieses Jahr den letztjährigen Sommer schon geschlagen, wettertechnisch.

Samstag kam Schwester 1 mit ihrer Tochter vorbei, und die beiden Görls spielten zauberhaft auf dem Spielplatz (mit Hilfe von Waffeleis und D. , der der weltbeste Versteckspielpartner ist, wenn man nach dem begeisterten Gejuchze der Kinder geht). Am Abend war ich dann etwas zu lange auf einer Party – zwei Ex-Kolleginnen waren da, mit denen ich mich viel unterhalten habe, aus Berlin sogar! Und es ist bemerkenswert, wie viele furchterregende Berichte ich über das Arbeiten als Referentin in der höchsten Ebene in einer Institution inzwischen sammeln kann. Dabei sind das alles wirklich toughe Frauen… Fast neige ich dazu, meine Bewerbungsphase zu überdenken. Wenn diese blöde Befristung nicht wäre, hätte ich gerade Lust, einen Kaka auf diesen Arbeitsmarkt zu geben.

Sonntag dann etwas drömelig, die Krabbe schlief bis 9:30 Uhr – wo kommt denn sowas plötzlich her? Deswegen verschliefen wir tatsächlich die Jahreshauptversammlung des Kleingartenvereins, fuhren aber zum Mittag in unser Schrebergärtchen. Es ist wirklich noch enorm chaotisch und vieles ist zu tun, oh so viel! Aber immerhin, Schritt für Schritt tut sich etwas, und ich habe schon mal ganz kleines Gemüsebeet angelegt. Dabei stand mein Nachwuchs übrigens, gerne etwas mampfend, hinter mir und kommentierte. Wenn ich etwa sagte: „Au, sind hier viele Dornen“, äußerte sie sehr vergnügt und zufrieden: „Ja, da musst du halt besser aufpassen. Und warum gehst du überhaupt mit nackten Beinen dahin, wo Dornen sind? Da musst du eine lange Hose anziehen.“ Ich so, heimlich Augen verdrehend: „Willst du mir nicht helfen, mit deiner kleinen Schaufel?“, worauf sie, immer noch sehr zufrieden, äußerte: „Nein. Ich esse ja gerade etwas.“ Aber wehe, ich habe mal Pause gemacht! Dann rannte sie auf mich zu und rief wortwörtlich: „Mama, jetzt sitz hier nicht so schlapp herum! Du musst arbeiten! Komm!“ Es war ja irgendwie niedlich und ich habe viel gelacht, aber nicht nur. Von 12 bis 17 Uhr altkluges Gerede in direkter Sonneneinstrahlung – da überlegt man sich schon mal, warum man der damals das Sprechen beigebracht hat. Immerhin hat sie insgesamt wirklich viel geholfen, wenn sie nicht gerade was gegessen hat.

Und heute Nacht habe ich durchgeschlafen. Alles super hier, ich bin hoch zufrieden. Bitte genauso weiter!

 

 

 

Hart schlafen und hart wach sein

Ich glaube, das ist eine Premiere: die Krabbe ist ohne Gemecker unbegleitet im eigenen Bett eingeschlafen und hat dort durchgeschlafen. Eins von beiden hat in der Vergangenheit schon öfter geklappt, aber die Kombi ist neu. Ich bin heute vor ihr aufgewacht und war ganz erstaunt. So ist das also! Natürlich bin ich heute morgen in ihr Zimmer geschlichen und habe erstmal nach Atembewegungen geschaut. Und tatsächlich habe ich das kuschelige Kind neben mir vermisst. Aber das lerne ich sicher alles noch. Insgesamt ist das schon sehr komfortabel.

Da macht es fast gar nix, dass ich momentan nicht durchschlafe, sondern jede Nacht zwei Stunden wachliege. Was ist denn da los, Herrgottsakra nochmal?

Tagebuch 04/18

Es ist der 05. eines Monats, und damit stellt sich (bzw Frau Brüllen) mal wieder die Frage: was machst du eigentlich den ganzen Tag? Na denn mal los.

05:40 Ich bin wach. Mein Hals tut schnupfenbedingt so weh, dass ich mir eine Lutschtablette aus dem Bad hole, und danach schlafe ich nicht wieder ein. Aber immerhin – gestern Nacht war ich von 1 Uhr bis 3 Uhr wach, das finde ich schlimmer. Schlafstörung, wieder mal. Ob es an der versendeten Bewerbung liegt? Der temporale Zusammenhang ist jedenfalls auffällig. Ich mache mir Kaffee, lege mich wieder ins Bett und lese das Internet leer.

06:45 D. steht aus seinem Zimmer auf, gibt mir einen Kuss, belegt das Bad, und danach rappele ich mich auch auf. Duschen, anziehen, belegtes Brot machen und einpacken und nebenbei für die zwei Berlinausflüge im April Zusatztermine ausmachen, mit Freundinnen. Wenn man schon mal da ist…! Allerdings zeigt der Kalender, dass der April schon komplett dicht ist, Termin reiht sich an Termin. Grauenvoll, ich hasse das. Für Mai muss das anders werden. Ein Blick auf die Wasserstandsanzeige des Hamburger Hafens zeigt, dass Hochwasser ist. Da die Fähre dann oft nicht unter Argentinienbrücke durchkommt und entsprechend nicht zu meinem Anleger fährt, entschließe ich mich, die normalen ÖPNV-Mittel zu nutzen. Damit ich trotzdem etwas frische Luft bekomme, verzichte ich auf den Bus und laufe 30 Minuten den Deich entlang zur S-Bahn, mit einem Album von Christopher Mic auf dem Ohr – nette Akustiklieder, das.

09:00 nach einer Fahrt mit der überfüllten, meist im Schritttempo zuckelnden S-Bahn und einer anschließen Busfahrt, was alles viel zu lange dauert – einziger Trost: ich kann Herr der Ringe weiter lesen -, komme ich im Büro an. Schnell der Kollegin nachträglich gratulieren, neuesten städtischen Parteitratsch austauschen, über Geburtstagsgeschenkoptionen der Kollegin für die Party am Samstag mit anderen Kollegen sprechen, und dann Mails checken. Der Chef ist aufgestiegen in Berlin, und die Umstrukturierungen in den Büros sind aufwendig. Dazu erhöht sich auch die Schlagzahl der Anfragen.

12:15 Ich breche auf zum Mittagessen, ein Arbeits- bzw. Ehrenamtstreffen. Es geht um die thematische Bearbeitung des Gender Pay Gaps, und wir kommen gut voran: Veranstaltungsarten und –zeiträume werden besprochen, Referentinnen überlegt und über Finanzierungsmöglichkeiten nachgedacht. Das könnte gut werden. Dazu gibt es sehr leckeres indisches Essen.

13:30 Wieder zurück im Büro. Erwerbsarbeit. Nebenbei noch ein bisschen Krabbe-Koordination: das Kind weilt Ostern bei ihrer Oma väterlichseits in Bayern, beide kamen heute zurück und sind beim Papa, und D. wollte sie nach der Arbeit abholen. Nun will die Krabbe aber heute Abend lieber in der Papa-Wohnung sein, bis dieser von der Arbeit wiederkommt, was sehr viel später der Fall ist als die geplante Abholung. Sie dann kurz vor dem Schlafen gehen da rauszerren ergibt auch keinen Sinn, also übernachtet sie jetzt beim Papa. Das ergibt dann gemischte Gefühle – ich hätte sie schon sehr gerne heute da gehabt, ich habe sie immerhin über eine Woche nicht gesehen. Andererseits bin ich ganz stolz, dass ich dem Wunsch der Krabbe nachkomme, obwohl ich kurz den Impuls hatte zu rufen: „Pech! Heute ist sie bei mir! Silence. I´ve made my decision.“*

17:00 Feierabend. Ich breche durch schauderhaftes Wind-und-Regen-Wetter auf zur Fähre. Meine oddelige Linie 73 ist sehr voll, und ungewöhnlicherweise steigen nicht alle am Musical aus, weil sie die Fähre mit dem Musical-Shuttle verwechselt haben, sondern bleiben sitzen. Und bleiben auch sitzen, als wir an meinem Endstations-Anleger ankommen, um wieder zurückzufahren. Ein böser Verdacht keimt in mir auf: steht meine gemütliche Fährlinie auf einmal in einem Reiseführer? So nach dem Motto „INSIDER-TIPP: Erleben Sie das echte Hamburger Hafen-Gefühl, fernab der Touristenmassen auf den Hafenrundfahrten. Hier lernen Sie den Hafen kennen, wie er früher war! Hamburg, wie es nur die Hamburger kennen, mit der Fährfahrt entlang der Sehenswürdigkeiten wie der Elbphilhamonie und den Musicaltheatern, aber dann ins raue Wilhelmsburg, die Elbinsel, auf der die Hafenarbeiter lebten (und jetzt viele Ausländer, also nicht aussteigen, sondern einfach direkt zurückfahren!)“ Wehe. Wenn die Fähre dauerhaft voll wird, werde ich böse.

18:00 Zu Hause. D. und ich nutzen den unerwartet kinderfreien Abend, um ordentlich Solawi-Zeug zu verarbeiten: Rumpsteak mit Knoblauchbutter und Feldsalat für heute, Nudelauflauf mit Möhren und Zwiebeln bereiten wir für morgen vor. Denn morgen gehe ich mit der Krabbe nach der Kita zum Schnupperschwimmen (zur Einstufung in einen möglichen Schwimmkurs) und habe danach sicher keine Zeit mehr, einen Auflauf zu tüdeln. Jetzt ab auf die Couch und diesen Beitrag bloggen. D. geht noch was trinken, ich nehme mir vor, die Homepage des Ehrenamtes zu erneuern und bin sicher, dass ich stattdessen bei RuPaul oder Jessica Jones landen werde.

Ich wünsche allen einen schönen und ruhigen oder aufregenden Abend, je nach Vorliebe!

*RuPaul sagt das in jeder Folge in RuPaul´s Drag Race. Und RuPaul hat immer recht, vor allem in RuPaul´s Drag Race. Bitte alle gucken, das gibt es auf Netflix. May the best woman win!

Fortsetzung folgt…

Osterplan

Nach Wochen ohne Alltag – ja, auch Urlaub ist auf seine Weise anstregend für mich – freue ich mich unbändig auf vier Tage frei und alleine in der Wohnung. Ich werde nur total tolle Sachen machen, zumindest nachdem ich die heutige Arbeitsabendveranstaltung hinter mir habe:

  • Game of Thrones, Staffel 7, zu Ende schauen
  • Die Schwestern zu Besuch empfangen und mit ihnen „Dark“ bingewatchen. Mit Eis. Und Sekt. Und so weiter!
  • Yoga
  • spazieren gehen
  • sonstiger Sport
  • ins Kino mit Impi und Monsieur K.
  • Besuch aus Berlin empfangen und brunchen gehen
  • Freundinnen und Familie betelefonieren
  • mindestens zwei Krusch-Ecken in der Wohnung beseitigen
  • in Ruhe die Küche putzen
  • viel kochen
  • vielleicht noch einmal alleine ins Kino gehen
  • Homepage puzzeln und anderes fürs Ehrenamt

Ach, das wird toll. Und dann kann der Frühling kommen.